Friedhof Bergedorf: Mahnmal für sowjetische Kriegsgefangene

Friedhof Bergedorf, August-Bebel-Straße (Bergedorf)

  • Gräberfeld für 651 sowjetischen Kriegsgefangene, die im KZ Neuengamme ermordet wurden
  • Kissenstein am Gräberfeld für 651 sowjetischen Kriegsgefangene, die im KZ Neuengamme ermordet wurden
  • Mahnmal am Gräberfeld für 651 sowjetischen Kriegsgefangene, die im KZ Neuengamme ermordet wurden

Auf dem Friedhof Bergedorf befinden sich zwei Kriegsgräberstätten. Im älteren Teil des Friedhofs erinnert ein Gräberfeld an deutsche und ausländische Opfer des Zweiten Weltkriegs. Das Gräberfeld für die sowjetischen Kriegsgefangenen liegt im neueren Teil des Friedhofs.

Wer ist hier bestattet?

651 sowjetischen Kriegsgefangene sind hier bestattet. Der weitaus größte Teil von ihnen starb in der Zeit von Oktober 1941 bis Mai 1942 im KZ Neuengamme an Hunger, an den Folgen einer Flecktyphusepidemie und durch gezielte Mordaktionen der SS durch Injektionen ins Herz. Normalerweise wurden die Toten des KZ Neuengamme in Ohlsdorf und ab 1941/42 im lagereigenen Krematorium eingeäschert, doch diese Opfer wurden aufgrund ihres Status als Kriegsgefangene erdbestattet.

Erinnerung

Nach dem Krieg wurde die Friedhofsanlage würdig gestaltet. Für jeden Toten gibt es einen Kissenstein, auf dem Name, Vorname, Geburts- und Sterbedatum eingraviert sind. Das Mahnmal mit orthodoxem Kreuz wurde auf Initiative des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Landesverband Hamburg, im Jahr 2002 vom Sankt Petersburger Bildhauer Grigorij Yastrebenetzkiy (geboren 1923) geschaffen. Es wird durch zwei Informationstafeln in deutscher und russischer Sprache ergänzt.