Zwangsarbeitsbaracken beim Flughafen Fuhlsbüttel

Wilhelm-Raabe-Weg 23 (Fuhlsbüttel)

  • Hinweisschild zu den ehemaligen Zwangsarbeiterbaracken am Flughafen Fuhlsbüttel
  • Ehemalige Zwangsarbeiterbaracken am Flughafen Fuhlsbüttel
  • Teilansicht der Ausstellung "Zwangsarbeit im Norden Hamburgs 1943-1945" in einer ehemaligen Zwangsarbeiterbaracke am Flughafen Fuhlsbüttel

Die Kriegswirtschaft des „Dritten Reiches“ stützte sich im hohen Maße auf den Einsatz ausländischer Arbeitskräfte. Bei deren Rekrutierung wurde das anfängliche Prinzip der Freiwilligkeit schon bald durch Zwangsverschleppungen abgelöst. Im Spätsommer 1944 waren bei Bauvorhaben, in der Landwirtschaft und in der Rüstungsindustrie insgesamt über sechs Millionen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter, zwei Millionen Kriegsgefangene und 400.000 KZ-Häftlinge eingesetzt.

"Ostarbeiter"

Der Rassismus der Nationalsozialisten schlug sich in einer abgestuften Behandlung nieder. Im Unterschied zu west- und nordeuropäischen Arbeitskräften wurden die aus der Sowjetunion verschleppten „Ostarbeiterinnen“ und „Ostarbeiter“ grundsätzlich in bewachten Lagern untergebracht. Die 1943 für die Firma Kowahl & Bruns errichteten Baracken dienten zur Unterbringung von 144 Zwangsarbeitern vorwiegend aus den Niederlanden, Frankreich und Italien. Diese Firma für Garten- und Landschaftsgestaltung war vom Amt für kriegswichtigen Einsatz mit Arbeiten zur Tarnung des Flughafens und anderer militärischer Objekte vor Luftangriffen beauftragt. Im letzten Kriegsjahr setzte die Firma auch Häftlinge des KZ-Frauenaußenlagers Sasel ein.

Willi-Bredel-Gesellschaft

In unmittelbarer Nähe des Flughafens Fuhlsbüttel blieben Unterkunftsbaracken sowie die Teile einer Wasch- und Abortbaracke des Zwangsarbeiterlagers erhalten. Die im Innern umgebaute Baracke wurde bis 1997 für Wohnzwecke genutzt. Die örtliche Geschichtswerkstatt „Willi-Bredel-Gesellschaft“ setzte sich mit Erfolg für den Erhalt der ursprünglich zum Abriss vorgesehenen zwei Baracken ein. Mit öffentlicher Unterstützung restaurierte sie die Gebäude und sicherte weitere Spuren im Außengelände. In den inzwischen unter Denkmalschutz gestellten beiden Baracken präsentiert die Geschichtswerkstatt in den beiden Dauerausstellungen "Zwangsarbeit im Norden Hamburgs 1943-1945" und "Leidensweg und Behauptung: Matla Rozenberg" Ergebnisse ihrer Forschungen sowie Originalobjekte.