"Sagt nein": Bronzeplastik und Gedenktafel zur Erinnerung an Wolfgang Borchert

Rosengarten an der Eppendorfer Landstraße; Eppendorfer Marktplatz (Eppendorf)

  • "Mutter mit Kind"-Gedenktafel

Der Dramatiker und Schauspieler Wolfgang Borchert wurde 1921 in Hamburg-Eppendorf geboren. Schon früh begann er zu schreiben und Theater zu spielen. 1941 erhielt er seine Einberufung zum Kriegsdienst. Als Soldat erlitt er zahlreiche Verwundungen und erkrankte schwer. Mehrfach wegen „Wehrkraftzersetzung“ angeklagt, musste er wiederholt in Haft und erlebte das Kriegsende als schwerkranker Mann. Er starb 1947. Bekannt wurde Borchert vor allem durch sein Theaterstück „Draußen vor der Tür“, mit dem er die traumatischen Kriegserfahrungen und ihre Nachwirkungen in der unmittelbaren Nachkriegszeit verarbeitete. Eines der letzten Werke Borcherts, das Anti-Kriegsgedicht „Sagt nein“, wird auf zwei Denkmälern in Eppendorf zitiert.

Gedenktafel

Am 10. Juli 1984 wurde in Anwesenheit von Hertha Borchert, der Mutter Wolfgang Borcherts, eine Gedenktafel am Eppendorfer Marktplatz eingeweiht. Sie wurde von dem Hamburger Bildhauer Hans-Joachim Frielinghaus aus Bronze gestaltet und zitiert die letzte Strophe des Gedichts „Sagt Nein“. Errichtet wurde die Tafel ganz bewusst neben der so genannten Friedenseiche auf dem Eppendorfer Marktplatz, die Ende des 19. Jahrhunderts „zur Erinnerung an den glorreichen Frieden von 1871“ gepflanzt worden war, wie es auf der Tafel an der Eiche heißt. Nach dem Wunsch der Eppendorfer Friedensinitiative sollte diese Inschrift 1982 durch das Gedicht Wolfgang Borcherts ersetzt werden. Die damalige Bezirksversammlung stimmte nach heftigen Diskussionen im Stadtteil jedoch für die Beibehaltung der alten Tafel und deren Ergänzung durch die neue Tafel.

Bronzeplastik

Die Bronzeplastik im Rosengarten an der Eppendorfer Landstraße trägt den Namen „Mutter mit Kind“. Der Bildhauer Ernst A. Nönnecke schuf dieses Denkmal einer schwangeren Frau, die mit ihrem Kind inmitten von Bombentrümmern steht. Es wurde am 13. November 1994 eingeweiht. Die Errichtung geht auf das Betreiben des Eppendorfer Bürgervereins zurück.