KZ-Gedenkstätte Neuengamme - Rundweg

Jean-Dolidier-Weg 75 (Neuengamme)

  • Blick auf die Rampe des ehemaligen Klinkerwerks in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme
  • Jugendliche beim Anlegen eines Weges in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme 2008
  • Weg der Deportierten in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme Internationales Mahnmal während der Gedenkveranstaltung zum 65. Jahrestag der Befreiung

Erst 1981 wurde das 1965 errichtete Internationale Mahnmal der KZ-Gedenkstätte Neuengamme durch ein Dokumentenhaus mit einer ständigen Ausstellung zur Geschichte des KZ Neuengamme ergänzt. Damals war es noch eine Außenstelle des Museums für Hamburgische Geschichte.  Vor dem Hintergrund eines beträchtlichen Besucherinteresses erfolgte seit jener Zeit eine schrittweise Ausgestaltung der Gedenkstätte.

Internationale Jugendworkcamps

1982 legten Jugendliche aus zwölf europäischen Ländern im Rahmen eines Internationalen Jugend-Workcamps einen Rundweg an, der das einstige KZ-Gelände für Besucher und Besucherinnen erschloss. Er ermöglichte zudem die Betrachtung der zahlreichen erhaltenen, aber für Vollzugszwecke genutzten Gebäude (ehemalige Häftlingsunterkünfte, Wachturm, SS-Garagen, Kommandantenhaus und so weiter.). Zahlreiche Freilegungen verborgener Überreste durch mittlerweile 30 Internationale Initiativen folgten und leisteten wichtige Beiträge für die Gestaltung des Außengeländes. Der Hamburger Landesjugendring veranstaltet bis heute regelmäßig Fahrten zur KZ-Gedenkstätte Neuengamme mit Rundgängen über das Gelände.

Denkmalschutz

1984 wurden die baulichen Überreste des KZ Neuengamme unter Denkmalschutz gestellt. Zwischen 1987 und 1991 wurde das Gebäude des ehemaligen Klinkerwerks durch umfassende Restaurierungsarbeiten als Baudenkmal gesichert. 1994 folgte die Rekonstruktion der Gleistrasse mit Aufstellung eines historischen Güterwaggons am ehemaligen Lagerbahnhof durch Teilnehmerinnen und Teilnehmer eines Internationalen Jugend-Workcamps.

Umgestaltung

Nach der Übergabe des bis Juni 2003 von der „Justizvollzugsanstalt Vierlande XII“ genutzten Geländes an die Gedenkstätte konnte dieser Kernbereich des Lagerareals ebenfalls in die Gestaltung einbezogen werden. Aus Abrisssteinen errichtete Gabionen verdeutlichen nunmehr die Grundrisse der historischen Gebäude. Auch die früheren Zaunverläufe, der Lagereingang und Standorte der Wachtürme sind markiert.

Nach Schließung und Abriss des zweiten Gefängnisses auf dem Gelände (JVA  9) wurden im Frühjahr 2007 der Bereich der ehemaligen Tongruben gestaltet und die noch erhaltenen Lorenbahnen freigelegt.

Audioguide

Seit 2008 steht ein mehrsprachiger Audioguide (in den Sprachen deutsch, englisch, französisch, dänisch, niederländisch, spanisch) für das Außengelände zur Verfügung. Die Texte sind auch über eine App ("Neuengamme") mit dem eigenen Smartphone abrufbar.

Der Rundweg ist jederzeit frei zugänglich.