KZ-Gedenkstätte Neuengamme - Rundweg

Jean-Dolidier-Weg 75 (Neuengamme)

  • Blick auf die Rampe des ehemaligen Klinkerwerks in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme, 2012
  • Jugendliche beim Anlegen eines Weges in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme, 2008
  • Weg der Deportierten in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme

Erst 1981 wurde das 1965 errichtete Internationale Mahnmal der KZ-Gedenkstätte Neuengamme durch ein Dokumentenhaus mit einer ständigen Ausstellung zur Geschichte des KZ Neuengamme ergänzt. Damals war es noch eine Außenstelle des Museums für Hamburgische Geschichte. Vor dem Hintergrund eines beträchtlichen Besucherinteresses erfolgte seit jener Zeit eine schrittweise Ausgestaltung der Gedenkstätte.

Internationale Jugendworkcamps

1982 legten Jugendliche aus zwölf europäischen Ländern im Rahmen eines Internationalen Jugendworkcamps einen Rundweg an, der das einstige KZ-Gelände für Besucherinnen und Besucher erschloss. Er ermöglichte zudem die Betrachtung der zahlreichen erhaltenen, aber zu der Zeit noch für Strafvollzugszwecke genutzten Gebäude (beispielsweise ehemalige Häftlingsunterkünfte, Wachturm, SS-Garagen, Kommandantenhaus). Zahlreiche Freilegungen verborgener Überreste durch mittlerweile über 40 internationale Sommer-Workcamps folgten und leisteten wichtige Beiträge für die Gestaltung des Außengeländes.

Denkmalschutz

1984 wurden die baulichen Überreste des KZ Neuengamme unter Denkmalschutz gestellt. Zwischen 1987 und 1991 wurde das Gebäude des ehemaligen Klinkerwerks durch umfassende Restaurierungsarbeiten als Baudenkmal gesichert. 1994 folgte die Rekonstruktion der Gleistrasse mit Aufstellung eines historischen Güterwaggons am ehemaligen Lagerbahnhof durch Teilnehmerinnen und Teilnehmer eines Internationalen Jugendworkcamps.

Umgestaltung

Nach der Übergabe des bis Juni 2003 von der Justizvollzugsanstalt Vierlande XII genutzten Geländes an die Gedenkstätte konnte dieser Kernbereich des Lagerareals ebenfalls in die Gestaltung einbezogen werden. Aus Abrisssteinen errichtete Gabionen verdeutlichen heute die Grundrisse heute nicht mehr existierender Gebäude aus der Zeit des Konzentrationslagers. Auch die früheren Zaunverläufe, der Lagereingang und Standorte der Wachtürme sind markiert. Im Frühjahr 2007 wurde schließlich nach Schließung und Abriss des zweiten Gefängnisses auf dem Gelände (Justizvollzugsanstalt IX) der Bereich der ehemaligen Tongruben gestaltet und die noch erhaltenen Lorenbahnen freigelegt.

Heute erschließen Informationstafeln das Gelände. Zusätzlich steht ein mehrsprachiger Audioguide für das Außengelände zur Verfügung (in den Sprachen deutsch, englisch, französisch, dänisch, niederländisch, spanisch). Die Texte sind auch über eine App ("Neuengamme") mit dem eigenen Smartphone abrufbar. 

Die Rundwege sind jederzeit frei zugänglich.