KZ-Gedenkstätte Neuengamme - Haus des Gedenkens

Jean-Dolidier-Weg 39 (Neuengamme)

  • Haus des Gedenkens, Aussenansicht
  • Haus des Gedenkens, Innenansicht, Namen der Toten
  • Haus des Gedenkens, Innenansicht, Vitrinen mit Totenbüchern

Anlässlich des 50. Jahrestages der Befreiung im Mai 1995 wurde das 1981 ursprünglich als Ausstellungsgebäude errichtete Dokumentenhaus zu einem „Haus des Gedenkens“ umgestaltet. In Zusammenarbeit mit dem Hamburger Architekten Gerhard Scharf gestaltete der Düsseldorfer Künstler Thomas Schütte den bestehenden Bau um, so dass roher Beton und mit roter Farbe lasierte Wände Raum für vielfältige Assoziationen lassen.

Totenlisten

Auf langen, von den Wänden herunterhängenden Stoffbahnen sind circa 24.350 Namen von Toten des KZ Neuengamme und seiner Außenlager chronologisch nach Sterbedatum aneinander gereiht. Gegen Kriegsende werden die Namenskolonnen von Tag zu Tag länger und geradezu unüberschaubar. 953 der Aufgelisteten starben im ersten Jahr nach ihrer Befreiung an den Folgen der Haft, auch sie zählen zu den Opfern des KZ Neuengamme. Zahlreiche leere Rollen erinnern an jene Opfer, deren Namen nicht bekannt sind. In einem Nebenraum werden in sieben Pultvitrinen Faksimiles der Original-Totenbücher ausgestellt, die im Krankenrevier des Konzentrationslagers geführt wurden. Nähere Angaben zu den Opfern sind einem mehrbändigen Gedenkbuch zu entnehmen oder können mittels eines Computerterminals recherchiert werden.

Gegenüberstellung der Modelle

In der zentralen Halle des Gedenkhauses stehen sich zwei Modelle des KZ-Geländes gegenüber: Das eine zeigt den Zustand von 1948 bei der Übergabe des als Internierungslager genutzten ehemaligen Konzentrationslagers an die Hamburger Gefängnisbehörde. Das andere ist ein modernes Architekturmodell, das den Zustand im Jahr 1995 (das Jahr der Einrichtung als Gedenkhaus) wiedergibt und so die in den fünf Nachkriegsjahrzehnten vorgenommene Bebauung und Veränderung des einstigen KZ-Geländes sichtbar macht. Nicht berücksichtigt sind aus diesem Grunde die Veränderungen des Geländes seit 1995.