KZ-Gedenkstätte Neuengamme - Denkmale für einzelne Opfergruppen

Jean-Dolidier-Weg 39, nördlich des Internationalen Mahnmals (Neuengamme)

  • Gedenkstein für homosexuelle Opfer im Gedenkhain der KZ-Gedenkstätte Neuengamme
  • Denkmal für die Deportierten aus dem niederländischen Dorf Putten im Gedenkhain der KZ-Gedenkstätte Neuengamme
  • Niederländische Gedenktafel am Denkmal für die Deportierten aus dem niederländischen Dorf Putten im Gedenkhain der KZ-Gedenkstätte Neuengamme
  • Skulptur "Die Verzweiflung" für die Deportierten aus Meenzel-Kiezegem im Gedenkhain der KZ-Gedenkstätte Neuengamme
  • Skulptur "Die Verzweiflung" für die Deportierten aus Meenzel-Kiezegem im Gedenkhain der KZ-Gedenkstätte Neuengamme
  • Mahnmal für die Toten des Warschauer Aufstandes im Gedenkhain der KZ-Gedenkstätte Neuengamme
  • Mahnmal für die getöteten Zeugen Jehovas im Gedenkhain der KZ-Gedenkstätte Neuengamme
  • Denkmal "Murat dans la tourmente" für die Opfer einer deutschen Vergeltungsaktion in Frankreich

In Nachbarschaft zum Internationalen Mahnmal befinden sich im so genannten Gedenkhain weitere Denkmale und Gedenksteine, die an Opfer des KZ Neuengamme erinnern. Dabei handelt es sich zum einen um von Familienangehörigen errichtete symbolische Grabsteine für einzelne Opfer, zum anderen um Gedenkanlagen, die bestimmten Verfolgtengruppen gewidmet sind. Die Initiative zur Errichtung ging meist von den Gruppen selbst aus.

Opfergruppen

Bereits im Mai 1985 fand auf Initiative des Vereins "Unabhängige Homosexuelle Alternative", unterstützt vom Hamburger Senat, die Einweihung eines Gedenksteins zur Erinnerung an die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus statt. Es war der erste Gedenkstein, der auf dem Gelände einer KZ-Gedenkstätte an die Verfolgung Homosexueller erinnerte. 1996 wurde die Anlage neu gestaltet und um eine Informationstafel ergänzt.

Ein 1988 errichtetes Mahnmal erinnert an 540 Opfer aus der niederländischen Gemeinde Putten, die im Anschluss an eine im Oktober 1944 von der Wehrmacht durchgeführte Vergeltungsmaßnahme nach Neuengamme deportiert worden waren.

Die 1998 errichtete Plastik "Die Verzweiflung" von May Claerhout (geboren 1939) ist den 53 Opfern aus den belgischen Dörfern Meensel-Kiezegem und ein 1999 von Jan de Weryha-Wysoczanski (geboren 1950) geschaffenes Mahnmal den mehreren tausend nach Neuengamme Deportierten des Warschauer Aufstandes 1944 gewidmet.

Im April 2006 wurde ein Denkmal für die im KZ inhaftierten "Bibelforscher" (Zeugen Jehovas) aufgestellt, im Juni 2012 das Denkmal "Murat dans la tourmente", geschaffen von Christian Pichot-Duclos (Enkel eines Deportierten) aus heimischem französischen Basalt. Es erinnert an die Opfer einer deutschen Vergeltungsaktion in Frankreich, während der 25 Personen erschossen und 109 Bewohnerinnen und Bewohner aus dem französischen Ort Murat im Juli 1944 in Außenlager des KZ Neuengamme und ins KZ Ravensbrück deportiert wurden. 75 von ihnen überlebten ihre Haft nicht.

Der Gedenkhain ist jederzeit frei zugänglich.