Helmuth-Hübener-Ausstellung

Verwaltungsschule, Normannenweg 26 (Hammerbrook)

  • Blick in die Helmuth-Hübener-Ausstellung in der Verwaltungsschule
  • Foto von Helmuth-Hübener in der Helmuth-Hübener-Ausstellung in der Verwaltungsschule
  • Teil der Helmuth-Hübener-Ausstellung in der Verwaltungsschule
  • Helmuth Hübener, Bild von Oliver Leo in der Verwaltungsschule

Ab Sommer 1941 versuchte der 16-jährige Hamburger Verwaltungslehrling Helmuth Hübener gemeinsam mit seinen Freunden Rudolf Wobbe und Karl-Heinz Schnibbe durch die Verbreitung ausländischer Rundfunknachrichten die Öffentlichkeit über die Verbrechen des NS-Regimes aufzuklären. Die drei Jugendlichen waren Mitglieder der christlichen Glaubensgemeinschaft. In den von Hübener verfassten Flugblättern wurde die deutsche Kriegsführung des Mordes an wehrlosen Frauen und Kinder, „Krüppeln und Greisen“ beschuldigt. Im Februar 1942 wurden die drei Jugendlichen verhaftet. Die Gestapo suchte vergeblich nach "Hintermännern", weil sie nicht glaubte, ein derart aktiver Widerstand könne allein das Werk so junger Menschen sein. Der Volksgerichtshof verurteilte Helmuth Hübener am 11. August 1942 zum Tode, erst 17-jährig wurde er am 27. Oktober in Berlin-Plötzensee enthauptet. Seine Mitstreiter erhielten Gefängnisstrafen.

Erinnerungen an Helmuth Hübener

Die Hamburger Verwaltungsschule benannte 1967 nach dem Einzug in das Gebäude Schwenckestraße 100 ihre Aula nach Helmuth Hübener, der dort Schüler gewesen war. Anlässlich des 50. Jahrestages seiner Hinrichtung erhielt die Schule eine 65 Exponate umfassende Ausstellung, die vom Stadtteilarchiv Hamm erarbeitet worden war. Nach dem Umzug der Verwaltungsschule in den Normannenweg 26 eröffnete Kultursenatorin Karin von Welck im November 2009 eine neugestaltete Dauerausstellung im zweiten Stock des Gebäudes.

Zur Erinnerung an Helmuth Hübener waren bereits 1966 in Lohbrügge eine Straße nach ihm benannt und eine Tafel im Eingangsbereich der Sozialbehörde in der Hamburger Straße 47 angebracht worden. Die Familienbildungsstätte Bei der Schilleroper 15 in Sankt Pauli trägt den Namen „Haus der Familie im Helmuth-Hübener-Haus“. Der Träger der Einrichtung, Stadtteilbezogene milieunahe Erziehungshilfen e.V., zeigt auf der Homepage des Hauses, www.das-haus-der-familie.de, Fotos von und Originalquellen zu Helmuth Hübener und seinem Schicksal. Die Verantwortlichen planen, nach dem Umbau des Hauses wieder eine Gedenktafel aufzustellen. Am historischen Ort des ehemaligen Polizeigefängnisses Hütten 42 trägt eine Unterkunft für wohnungslose, alleinstehende Männer auf Initiative des Trägers „fördern und wohnen“ den Namen „Helmuth-Hübener-Haus“. In den letzten Jahren gestaltete der Projektträger „BauArt“ gemeinsam mit den heutigen Bewohnern im Treppenhaus verschiedene Kunstwerke zur Erinnerung an Hübener, der in diesem Haus seine letzten Monate verbrachte.