Gegendenkmal zum 31er Kriegerdenkmal

Sankt Johannis-Kirche, Max-Brauer-Allee (Altona-Altstadt)

  • Denkmal und Gegendenkmal vor der Sankt Johannis Kirche, Max-Brauer-Allee

Das so genannte 31er-Denkmal wurde am 4. Oktober 1925 eingeweiht. Die überlebenden Mitglieder des Infanterie-Regiments Nr. 31 hatten es nach dem Ersten Weltkrieg bei den Architekten Heinrich Esselmann und Max Gerntke in Auftrag gegeben. An jeder der drei Seiten des säulenartigen Klinkermonuments stehen überlebensgroße, nackte Kriegerfiguren, die jeweils verschiedene antike Waffen tragen. Sie sollen kämpferisches Heldentum als zeitlose Form propagieren, in der sich der Einzelne im Kampf Mann gegen Mann zu bewähren hat. Diese Darstellung blendet die Realität der Kriegsführung insbesondere des Ersten Weltkriegs aus, die mit sich stetig steigernden Materialschlachten ein bis dahin noch nicht gekanntes Massensterben zur Folge hatte. Noch bis in die 1970er Jahre fanden anlässlich des Volkstrauertages regelmäßig Feierstunden der ehemaligen Regimentsangehörigen am Denkmal statt.

Gegendenkmal

1994 beschloss die Kirchengemeinde Sankt Johannis, auf deren Grundstück die Säule steht, das von ihr so genannte „Kriegerkultmal“ umzugestalten. Mit Hilfe eines studentischen Projekts des Fachbereichs Gestaltung der damaligen Fachhochschule Hamburg wurde dieses Vorhaben verwirklicht. Nach Ausstellung mehrerer unterschiedlicher Entwürfe wurde 1996 schließlich der in Altona lebende Künstler Rainer Tiedje mit der Realisierung des Gegendenkmals beauftragt. Tiedje umstellte das Kriegerdenkmal mit drei Tafeln aus Acryl, auf denen sich im Kontrast zu den antiken Helden leidende Männer vor Schmerzen winden. Dies auf Augenhöhe mit den alten Kriegern.

Gedenkveranstaltungen, auf denen die Tafeln nicht beachtet werden, sind auf Grund der Positionierung unmittelbar um das alte Kriegerdenkmal herum nun nicht mehr möglich.