Gegendenkmal "Trauerndes Kind" vor der St. Johannis-Kirche

Maretstraße/Ecke Bremer Straße (Harburg)

  • Kriegerdenkmal "Der Soldat" vor der Harburger St. Johannes-Kirche
  • Gegendenkmal "Trauerndes Kind" vor der St. Johannis-Kirche

Das 1932 eingeweihte Kriegerdenkmal „Der Soldat“ neben der St. Johannis-Kirche in Hamburg-Harburg ist ein Werk des Bildhauers Hermann Hosäus (1875-1958). Es wurde im Auftrag des damaligen Harburger Oberbürgermeisters Heinrich Denicke entworfen und errichtet. Eine viereinhalb Meter hohe Bronzefigur eines Soldaten steht auf einem sechs Meter hohen Sockel. Der Soldat marschiert, das Gewehr geschultert, trotz Kopfwunde aufrecht, vorwärts in den Kampf: Ausdruck einer revanchistischen, kriegsbefürwortenden Geisteshaltung. Bereits bei seiner Errichtung 1932 war das von 18 Kriegervereinen seit Mitte der 1920er Jahre geforderte Denkmal höchst umstritten. Die Sozialdemokraten sahen es als kriegsverherrlichend an. Die Zeitschrift „Kunst im Dritten Reich“ würdigte das Werk 1937 hingegen als „heroische Plastik“.

Bemühungen um ein Gegendenkmal

Mit der Friedensbewegung zu Beginn der 1980er Jahre begannen heftige öffentliche Diskussionen um das Denkmal. Auf Initiative des Friedenspolitischen Zentrums Harburg wurde 1986 ein Wettbewerb zur Umgestaltung des Denkmals in ein „Anti-Kriegsdenkmal“ ausgeschrieben. Schließlich wurde der Harburger Künstler Hendrik André Schulz mit der Ausführung seines Entwurfs „Trauerndes Kind“ beauftragt. Am 1. September 1988 wurde die bronzene Plastik eines weinenden Kindes eingeweiht, das inmitten zerschossener Soldatenhelme kniet. Das Gegendenkmal wurde zwischen den Büschen neben dem hohen Sockel des „Soldaten“ errichtet. Es hat der anhaltenden Wirkung des alten Kriegerdenkmals auf Grund seiner versteckten Positionierung und seiner bescheidenen Größe aber wenig entgegenzusetzen, denn die Kindesskulptur ist kaum mehr als lebensgroß.