Gedenktafel zum Schicksal des Auswandererschiffes "Exodus" 1947

Landungsbrücken, Eingang Brücke 3 (St. Pauli)

  • Gedenktafel zum Schicksal des Auswandererschiffes "Exodus" 1947

Die Gedenktafel erinnert an das Schicksal des Flüchtlingsschiffes „Exodus from Europe“. 4.530 jüdische Holocaust-Überlebende, die auswandern wollten, fuhren im Juli 1947 mit dem Schiff von Frankreich aus nach Palästina, das zu diesem Zeitpunkt von Großbritannien verwaltet wurde und ein Einreiseverbot für Juden verhängt hatte.

Den Passagieren wurde die Einreise verweigert, mit der Begründung, ihre Einwanderung ins britische Mandatsgebiet würde die Stabilität der Region in Frage stellen und die britische Vorherrschaft in Gefahr bringen. Britische Kriegsschiffe griffen die „Exodus“ an und schleppten sie in den Hafen von Haifa. Mit Gewalt wurden die Flüchtlinge auf drei andere Schiffe umgeladen und zurück nach Frankreich geschickt. Dort angekommen, weigerten sie sich, die Schiffe zu verlassen, so dass diese weiter ins von den Briten verwaltete Hamburg fuhren. Die britischen Besatzer sorgten hier dafür, dass die Passagiere in zwei Internierungslager bei Lübeck gebracht wurden. Doch nach einem Monat wurde der öffentliche Druck so groß, dass die Briten ihre Gefangenen gehen ließen. Viele von ihnen machten sich erneut auf den Weg nach Palästina.

Die Geschichte des Schiffes „Exodus“ und seiner Passagiere beschleunigte durch das internationale Aufsehen, das die Aktion der Briten erregte, die Gründung des Staates Israel.