Gedenktafel Schießplatz Höltigbaum

Höltigbaum, Ecke Sieker Landstraße (Rahlstedt)

  • Schwarze Tafel aus dem Tafelprogramm des Denkmalschutzamtes am Ort des ehemaligen Schießplatzes Höltigbaum
  • Schwarze Tafel aus dem Tafelprogramm des Denkmalschutzamtes am Ort des ehemaligen Schießplatzes Höltigbaum nach einer Gedenkveranstaltung im Jahre 2012

An den Schießständen des Truppenübungsplatzes Hamburg-Höltigbaum wurden in den letzten Jahren des Zweiten Weltkrieges zahlreiche von Kriegsgerichten aus dem Hamburger Wehrkreis zum Tode verurteilte Soldaten hingerichtet. In den meisten Fällen war das Urteil wegen „Fahnenflucht” oder „Wehrkraftzersetzung” ergangen. Vor allem in den letzten vier Kriegsmonaten vollstreckten hier beinahe jeden Morgen Exekutionskommandos, die von den umliegenden Kasernen gestellt werden mussten, die Todesurteile. Die letzten Erschießungen fanden nachweislich noch am 28. April 1945 und damit fünf Tage vor dem Eintreffen der britischen Truppen statt.

Opfer

Durch Eintragungen beim Standesamt Rahlstedt sind die Namen von 22 Hingerichteten bekannt. Zumeist waren es einfache Soldaten, Matrosen, Pioniere und Schützen, vereinzelt auch Obergefreite und Unteroffiziere. Am 4. April 1945, wurden auch zwei junge Offiziere, ein Oberleutnant und ein Hauptmann, hingerichtet.

Gedenken

Seit dem 5. September 2003 erinnert eine im Rahmen des Tafelprogramms der Kulturbehörde nach Aufgabe des Truppenübungsplatzes der Bundeswehr angebrachte Tafel an die Verbrechen, die an diesem Ort begangen wurden. Um der Soldaten zu gedenken, die sich dem weiteren Kriegsdienst für die NS-Gewaltherrschaft verweigerten und dafür verfolgt und getötet wurden, sorgte unter anderem die Friedensinitiative Rahlstedt für die Ausgestaltung zu einer kleinen Gedenkstätte.

Nach der Entfernung eines auf Privatinitiative der Künstlerin Andrea Peschel zu Beginn der 1990er Jahre in Blankenese errichteten Deserteursdenkmals im Jahr 2005 erinnert allein die Tafel am Höltigbaum an das Schicksal der Wehrmachtsdeserteure. Ebenfalls 2005 schlug die SPD-Fraktion in der Bezirksversammlung Wandsbek vor, die Straßen im Gebiet der von der Bundeswehr aufgegebenen Lettow-Vorbeck-Kaserne in Jenfeld nach Deserteuren, die am Höltigbaum erschossen wurden, zu benennen. Die Realisierung steht aus.