Gedenktafel für die Hamburger Sinti und Roma

Außenwand des ehemaligen Polizeikommissariats 45, Nöldekestraße 17 (Harburg)

  • Einweihung der Gedenktafel für die Hamburger Sinti und Roma an der Außenwand des ehemaligen Polizeikommissariats 45 im Jahr 1986
  • Gedenktafel für die Hamburger Sinti und Roma an der Außenwand des ehemaligen Polizeikommissariats 45 im Jahr 1986

Eine bronzene Gedenktafel mit einem Relief aus gefalteten Händen, die mit Stacheldraht gefesselt sind, erinnert an der Außenwand des Polizeikommissariats in der Harburger Nöldekestraße an die Deportation von 910 norddeutschen Roma und Sinti während der NS-Zeit. Am 16. Mai 1940 ging unter anderem von diesem Polizeikommissariat die Verhaftungswelle gegen Roma und Sinti in Norddeutschland aus.

Verfolgung der Roma und Sinti in Hamburg

Ein großer Teil der 550 in Hamburg festgenommenen Sinti und Roma wurde zunächst an der Nöldekestraße zusammengetrieben. Sie wurden danach mehrere Tage im Fruchtschuppen C bei der Baakenbrücke im Hamburger Freihafen festgehalten, bevor man sie in das Lager Beľzec an der polnisch-russischen Grenze deportierte. Sie gehörten zu den am stärksten von nationalsozialistischer Verfolgung betroffenen Gruppen. Das Regime wandte gegen sie zum einen Instrumente der „Rassenhygiene“ wie Eheverbot, Zwangssterilisation und Zwangsabtreibung an. Andere Mittel wie die Deportation nach Osten, die Verschleppung in Ghettos sowie der Massenmord in Auschwitz-Birkenau und anderen Vernichtungsstätten entsprachen dem Genozid an den Juden. Allein von den damals in Deutschland und Österreich lebenden etwa 40.000 Sinti und Roma fielen über 25.000 der nationalsozialistischen Verfolgung zum Opfer.

Erinnerungen an die Verfolgung

Am 16. Mai 1986 enthüllte der Harburger Sinto Gottfried Weiß, einer der im Mai 1940 Deportierten, die Tafel in der Nöldekestraße, auf der ein Gedicht von Lani Rosenberg zitiert wird.