Gedenktafel für die Euthanasieopfer der Heil- und Pflegeanstalt Langenhorn

Langenhorner Chaussee 560, 22429 Hamburg (Ochsenzoll)

Auf dem heutigen Ochsenzoller Krankenhausgelände erinnert seit 2009 vor dem Walter-Behmann-Haus (Haus 42) eine Gedenktafel an die Patientinnen und Patienten, die von der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt Langenhorn in Tötungs- und Verwahranstalten verlegt wurden.
 
Der Tafeltext lautet: 

Vom Gelände dieser Klinik wurden während der Zeit des Nationalsozialismus in den Jahren 1939-1945 im Rahmen des "Euthanasie-Programms" über 3.600 Menschen in Tötungs- und Verwahranstalten deportiert. Über 2.400 von ihnen fanden dabei den Tod, darunter 135 jüdische Patientinnen und Patienten bereits im Jahr 1940. In der Kinderfachabteilung wurden über 20 Kinder ermordet. Wir gedenken an dieser Stelle der Opfer. Ihr Schicksal bleibt uns Mahnung zu einem würdevollen und achtsamen Umgang mit jedem Menschen.


Für 23 Opfer der Kinderfachabteilung sind Stolpersteine verlegt. Im Jahr 2015 entschied der Senat der Freien und Hansestadt Hamburg, neben einer künstlerischen Arbeit am Ort der früheren Staatskrankenanstalt Langenhorn einen informierenden Lern- und Gedenkort zu schaffen. Im Medizinhistorischen Museum (Medizinhistorisches Museum, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Martinistraße 52, 20246 Hamburg, Gebäude N30) werden seit 2017 auf zwei Räumen Medizinverbrechen im Nationalsozialismus thematisiert.

Auf der Website www.hamburger-euthanasie-opfer.de stehen die Namen von mehr als 4.700 Hamburger Opfern der NS-Euthanasie, die in den Jahren des Zweiten Weltkrieges getötet wurden. Die Gesamtzahl der aus Hamburger Einrichtungen abtransportierten Opfer liegt bei über 6.000.