Gedenksäule zur Erinnerung an die Zwangsarbeit beim Hanseatischen Kettenwerk

Gehweg zwischen Langenhorner Chaussee 623-625 (Bürogebäude) und ZOB Ochsenzoll (Langenhorn)

  • Gedenksäule zur Erinnerung an die Zwangsarbeit beim Hanseatischen Kettenwerk an der Langenhorner Chaussee, 2020
  • Gedenksäule zur Erinnerung an die Zwangsarbeit beim Hanseatischen Kettenwerk an der Langenhorner Chaussee, 2020

1934 beauftragte das Reichsheeresamt den Monheimer Drahtkettenproduzenten Pötz & Sand mit dem Aufbau eines Granathülsenwerkes, dem späteren „Hanseatischen Kettenwerk GmbH“ („Hak“). Dies geschah unter Verletzung der Bestimmungen des Versailler Vertrags, der eine deutsche Rüstungsproduktion verbot.

Zwangsarbeit

Die Zünderproduktion übernahm die „Deutsche Messapparate GmbH“ (Messap). Für beide Firmen entstand in Langenhorn auf diese Weise eine der größten Rüstungsproduktionsstätten Hamburgs. Zur Tarnung erfolgte eine Bebauung mit verstreut liegenden Gebäuden und Grünflächen. Werkseigene Wohnungen im Schwarzwald-Stil und im niederdeutschen Heimatstil wurden errichtet. Ab Anfang der 1940er Jahre kamen immer mehr ausländische Arbeitskräfte zum Einsatz. Auf dem Gelände der „Hak“ und der Messap entstanden eigene Arbeiterlager. Insgesamt wurden über 5.000 Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter hier eingesetzt. Im September 1944 wurde auf dem Gelände der „Hak“ auch ein Frauenaußenlager des KZ Neuengamme eingerichtet.

Nachkriegsnutzung und Erinnerung

Die Verwertungsgesellschaft für Montanindustrie GmbH, die 1951 in Industrie- und Verwaltungsgesellschaft (IVG) umbenannt und 1998 privatisiert wurde, übernahm das Gelände nach Ende der NS-Herrschaft. 1995 zog der Kunstverein Kettenwerk e.V. als Hauptmieter in das ehemalige Verwaltungsgebäude der „Hak“, das nun für Atelierräume genutzt wurde. Lange versuchten die Künstler, das Gebäude zu erhalten und öffentlich an seine Geschichte zu erinnern. Ende der 1990er Jahre ließ die IVG schließlich die verbliebenen Gebäude des Kettenwerks abreißen. Seit Ende der 1990er Jahre ließ die IVG schließlich die verbliebenen Gebäude des Kettenwerks abreißen und auf dem Gelände in der Essener Straße den „Businesspark Hamburg Nord“ anlegen. Auf Initiative der Geschichtswerkstatt „Willi-Bredel-Gesellschaft“ und mit Hilfe der Finanzierung durch die IVG konnte inmitten des neuen Gewerbegebiets eine Gedenkstätte entstehen, die am 21. Februar 2008 eingeweiht wurde. Auf Fundamentresten wurde eine Stele angebracht, die mit drei kurzen Texten an die Geschichte des Ortes erinnert. Diese Stele wurde am 9. Juni 2020 an seinen heutigen Standort am ZOB Ochsenzoll versetzt, da der Gedenkort am alten Standort häufig das Objekt von Vandalismus geworden war.

Informationen zum KZ-Außenlager Langenhorn