Gedenkplatte für die jüdischen Lehrerinnen Martha Behrend und Gretchen Wohlwill

Emilie-Wüstenfeld-Gymnasium, Bundesstraße 78 (Eimsbüttel)

  • Gedenkplatte für die jüdischen Lehrerinnen Martha Behrend und Gretchen Wohlwill im Emilie-Wüstenfeld-Gymnasium
  • Wandbild der jüdischen Künstlerin Gretchen Wohlwill im Emilie-Wüstenfeld-Gymnasium, freigelegt 1993

An das Schicksal zweier jüdischer Lehrerinnen erinnert das Emilie-Wüstenfeld-Gymnasium mit einer Gedenkplatte. Martha Behrend (1881-1941) und Gretchen Wohlwill (1878-1962) wurden beide auf Grund ihrer jüdischen Abstammung 1933 aus dem Schuldienst entlassen. Martha Behrend wurde im November 1941 in das Ghetto Minsk deportiert und dort ermordet. Gretchen Wohlwill gelang es, 1940 über Italien nach Portugal zu emigrieren und dort dem Holocaust zu entgehen.

Gretchen Wohlwill

Neben ihrer Tätigkeit als Lehrerin war Gretchen Wohlwill als Malerin bekannt, sie gehörte zur Künstlervereinigung „Hamburgische Sezession“. 1931 schuf sie im Auftrag des damaligen Hamburger Oberbaudirektors Fritz Schumacher im Treppenhaus ihrer Schule zwei Wandbilder. 1938 wurden diese Bilder mit Motiven aus der „Hitlerjugend“ (HJ) und dem „Bund Deutscher Mädel“ (BDM) übermalt.

Nach dem Ende der NS-Herrschaft kehrte Gretchen Wohlwill nach Hamburg zurück und war weiterhin künstlerisch tätig. Bilder von ihr hängen in der Hamburger Kunsthalle und im Hamburg Museum (ehemaliges Museum für Hamburgische Geschichte). Die Freilegung ihrer beiden Wandgemälde im Emilie-Wüstenfeld-Gymnasium erlebte sie jedoch nicht mehr: Erst seit 1993 sind sie wieder zu sehen, um an die nationalsozialistische Verfemung der Kunst Gretchen Wohlwills zu erinnern.