Gedenkorte zur Erinnerung an das Außenlager Neugraben

Bezirksamt Harburg, Dienststelle Süderelbe, Neugrabener Markt 5 (Neugraben)

  • Gedenkstein zur Erinnerung an das Frauenaußenlager Neugraben
  • Bronzetafel zur Erinnerung an das Frauenaußenlager Neugraben am Ortsamt Neugraben
  • Stolpersteine am Falkenbergsweg 62 erinnern an acht der inhaftierten Frauen

Seit dem 15. April 1992 erinnert eine bronzene Gedenktafel im Zentrum von Neugraben an das Außenlager des KZ Neuengamme, das am 13. September 1944 in Neugraben eingerichtet wurde. Die meisten der aus dem Hamburger Außenlager Dessauer Ufer (Freihafen) dorthin verbrachten 500 Jüdinnen stammten aus der Tschechoslowakei. Sie waren über Theresienstadt ins Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert worden. Dort hatte die SS sie im Rahmen von Selektionen zum Arbeitseinsatz in Hamburg ausgewählt. Sie wurden unter anderem bei den Firmen Prien, Weseloh, Gizzi, Holst und Malo bei der Herstellung von Fertigbauteilen und beim Bau von Behelfsheimen in der Falkenbergsiedlung eingesetzt, mussten Aufräumungsarbeiten in Harburg und bei der Ölindustrie leisten und in Hausbruch Panzergräben ausheben. Im Februar 1945 verlegte die SS die Frauen ins Außenlager Hamburg-Tiefstack.

Gedenkstein

1985 wurde ein Granitfindling mit Gedenktafel auf dem Gelände des ehemaligen Außenlagers am Falkenbergsweg/Neugrabener Heideweg errichtet. Nach wiederholter Zerstörung und Ersetzung der Tafel blieb der Stein schließlich in geschändetem Zustand als Zeitdokument stehen. Die Bezirksversammlung Harburg entschied sich gemeinsam mit der Kulturbehörde Hamburg für die Anbringung der Bronzetafel an einem belebteren Ort im Zentrum Neugrabens.

Das ehemalige Lagerareal am Falkenbergsweg wurde 1990 in ein Naturschutzgebiet einbezogen und liegt an einem Wanderweg. Durch die Initiative und Spende eines Fischbeker Bürgers konnte der Granitstein auf dem ehemaligen Lagergelände 2005 wieder mit einer Inschrift versehen werden.

Weitere Informationen zum Außenlager Neugraben des KZ Neuengamme finden Sie auch auf der Webseite der KZ-Gedenkstätte Neuengamme.