Gedenkort für Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter in Bahrenfeld

Griegstraße 75 (vor dem Gebäude der Hamburger Morgenpost) (Bahrenfeld)

  • Relief der Hamburger Künstlerin Cornelia Dusör
  • Gedenktafel

Während des Zweiten Weltkrieges entstanden in Hamburg ca. 1.500 Lager für Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge.

Rund um die Griegstraße und den Friesenweg in Hamburg waren von 1939 bis 1945 ca. 1.000 ausländische Arbeiterinnen und Arbeiter in Barackenlagern und in Baracken inhaftiert und mussten für verschiedene ortsansässige Firmen Zwangsarbeit leisten.

Arbeit für Hamburger Firmen

Neben kleineren Lebensmittel- und Baufirmen wurden Zwangsarbeiter/innen dort unter anderem in der Marzipan- und Marmeladenfabrik der Oetker-Werke eingesetzt. Über 200 männliche und weibliche Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter/innen mussten zudem neben ca. 400 einheimischen Arbeitskräften in der Wollgarnfabrik Titti & Krüger/Sternwoll-Spinnerei AG arbeiten. Kontakt zur Hamburger Bevölkerung war ihnen streng verboten, das Verlassen des Lagers durch strenge Auflagen reglementiert. Bestand der Verdacht der Sabotage, wurden sie durch die Gestapo erschossen. Dennoch hielten einige der Zwangsarbeiter/innen Kontakt zu einer örtlichen Widerstandsgruppe.

Garn und Granaten

Bei den Zwangsarbeiter/innen, die in der Wollgarnfabrik und der Sternwoll-Spinnerei eingesetzt waren, handelte es sich hauptsächlich um Familien aus Polen, der Ukraine und aus Weißrussland. Während die Frauen mindestens 10 Stunden am Tag große Mengen an Garnen entwirren und aufrollen mussten, waren die Männer hauptsächlich in der Granatenproduktion eingesetzt.

Erinnerungsort

Zur Erinnerung an die ehemaligen Zwangsarbeiter/innen initiierte die 2011 ins Leben gerufene Initiative „Gegen das Vergessen“, getragen von verschiedenen ortsansässigen Vereinen und Organisationen sowie vom Betriebsrat der Hamburger Morgenpost die Einrichtung eines Gedenkortes.

Am 3. Mai 2013 wurde im Eingangsbereich zur Redaktion der „Hamburger Morgenpost“ an der Griegstraße 75 neben einer Informationstafel ein Relief der Hamburger Künstlerin Cornelia Dusör eingeweiht. Es besteht aus drei übereinandergelegten Ebenen und zeigt einen hockenden, von Zahnrädern umgebenen Zwangsarbeiter.