Friedhof Ohlsdorf, Ehrenhain Hamburger Widerstandskämpfer

Bergstraße, rechts vom Haupteingang des Ohlsdorfer Friedhofs (Ohlsdorf)

  • Ehrenhain Hamburger Widerstandskämpfer, Friedhof Ohlsdorf
  • 2011 entwendete Skulptur "Der Redner" im Ehrenhain Hamburger Widerstandskämpfer, Friedhof Ohlsdorf (Foto von 2010)

Am 8. September 1946 wurden 27 Urnen hingerichteter Hamburger Widerstandskämpferinnen und Widerstandskämpfer aus der Hamburger Arbeiterbewegung in einer Grabanlage gemeinsam bestattet. Sie liegt direkt neben der Anlage für die Gefallenen der Novemberrevolution von 1918. Im Jahr 1947 wurden dort zwischenzeitlich aufgefundene Urnen weiterer hingerichteter Widerstandskämpfer beigesetzt, die Bezeichnung „Ehrenhain“, entstand. Die Grabstellen wurden mit Kissensteinen gekennzeichnet, die Namen, Geburts- und Sterbedaten der Opfer tragen.

Neuer Ehrenhain

Auf Veranlassung der Friedhofsverwaltung erfolgte Anfang der 1960er Jahre eine erneute Umbettung. Der neue Ehrenhain wurde am 6. Mai 1962 an seinem heutigen Standort von der Vereinigten Arbeitsgemeinschaft der Naziverfolgten (der Vorgängerorganisation der VVN/BdA) eingeweiht. Bald danach gründete sich ein Kuratorium, das für eine würdige Ausgestaltung der Gedenkstätte sorgte. Die von dem Architekten Karlheinz Rebstock neu gestaltete Anlage wurde 1968 die vom Hamburger Bildhauer Richard Steffen (1903–1964) geschaffene Bronzeplastik „Der Redner“ aufgestellt, die im März 2011 von Unbekannten gestohlen wurde. Auf einer Steinwand sind zudem Worte des 1943 hingerichteten tschechischen Widerstandskämpfers Julius Fucík geschrieben: „Menschen wir hatten Euch lieb – Seid wachsam“. Bis heute fanden 55 Hamburger Widerstandskämpferinnen und Widerstandskämpfer hier ihre letzte Ruhestätte.