Friedhof Bergedorf: Mahnmal für sowjetische Kriegsgefangene

Friedhof Bergedorf, August-Bebel-Straße (Bergedorf)

  • Gräberfeld für 652 sowjetische Kriegsgefangene, die im KZ Neuengamme oder in Bergedorfer Arbeitskommandos starben
  • Kissenstein am Gräberfeld für 652 sowjetische Kriegsgefangene
  • Mahnmal am Gräberfeld für 652 sowjetische Kriegsgefangene

Das Gräberfeld für die sowjetischen Kriegsgefangenen liegt heute im neueren Teil des Friedhofs Bergedorf. Als es 1941 eingerichtet wurde, lag es noch auf einer freien Fläche abseits des Friedhofs.

Wer ist hier bestattet?

Hier sind 652 sowjetische Kriegsgefangene bestattet. Fast 550 von ihnen starben zwischen November 1941 und Mai 1942 im KZ Neuengamme an Hunger, an Seuchen oder durch gezielte Mordaktionen der SS. Die Wehrmacht hatte 1000 Gefangene aus dem Kriegsgefangenenlager Wietzendorf in der Lüneburger Heide nach Neuengamme transportiert, wo sie als Arbeitskräfte eingesetzt werden sollten.

Unter den Toten sind außerdem 104 Soldaten der Roten Armee, die in verschiedenen Betrieben im Raum Bergedorf ums Leben kamen. 92 von ihnen starben zwischen November 1941 und Februar 1942 in einem Lager in Lohbrügge. Sie waren für den Arbeitseinsatz im Kurbelwellenwerk in Glinde vorgesehen, aber bereits bei der Ankunft vollkommen geschwächt und unterernährt.

Die Toten wurden lediglich in Tücher geschlagen und dann in Reihen bestattet.

Erinnerung

Kurz nach Kriegsende ließ die sowjetische Militärverwaltung auf dem Gelände ein orthodoxes Holzkreuz errichten und einen ersten Gedenkstein aufstellen. In den 1950er-Jahren wurden die noch heute erhaltenen Kissensteine mit den Namen, Vornamen, Geburts- und Sterbedaten der Opfer verlegt.

Im November 1986 wurde eine erste Infotafel aufgestellt, die einige Jahre später durch eine russischsprachige Übersetzung ergänzt wurde. Im Jahr 2002 kam auf Initiative des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge ein Denkmal des Künstlers Grigori Jastrebenezki (geboren 1923) aus St. Petersburg hinzu. Sie zeigt einen gefesselten Gefangenen vor Stacheldraht. Ein Stein des ukrainischen Generalkonsulats ergänzt die Gedenkanlage.