Die Lore - Zwangsarbeitmahnmal in Billstedt

Aufgang zwischen Sonnenland und Oststeinbeker Weg (Billstedt)

  • Lore im Sonnenland im Jahr 2011
  • Lore im Jahr 2011
  • Zerstörte Tafel im Jahr 2011
  • Lore mit provisorischer Tafel im Jahr 2012
  • Die provisorische Tafel aus dem Jahr 2012

In den 1980er Jahren befasste sich die Sonnenländer Geschichtsgruppe mit der Geschichte des Nationalsozialismus in der Region und stiftete 1987 eine Gedenktafel, die in der Schule Glinder Au aufgehängt, aber nach einigen Jahren zerstört wurde. Ihre Bruchstücke wurden aufbewahrt.

Mahnmal

2002 entstand bei neun Jugendlichen, die in der Hochhaussiedlung Sonnenland lebten, der Wunsch, die Tafel zusammen mit einer Lore als Symbol für die schwere Arbeit im Steinbruch als Mahnmal aufzustellen. Damit wollten sie an ehemalige Zwangsarbeiter erinnern, die im Zwangsarbeiterlager der Kalksandsteinfabrik Joh. Thießen KG inhaftiert waren und zwischen 1942 und 1945 in der Grube Kies für Autobahnbau und Hafenbefestigungen abbauen mussten. Wo heute die Hochhaussiedlung steht, befand sich damals eine Kiesgrube.

Errichtung und Probleme

Als Platz wurde eine Böschung beim Fußgängeraufgang vom Sonnenland zum Oststeinbeker Weg ausgesucht, da dort viele Passanten vorbeikommen. Neben der Geschichtsgruppe und den Jugendlichen, die den vorgesehenen Ort vorbereiteten und die Lore verankerten, engagierte sich auch Pastor Michael Ostendorf. Doch nicht alle Billstedter waren mit der Aufstellung des Mahnmals einverstanden, gegen Pastor Ostendorf wurden sogar Drohungen ausgesprochen.

Bertini-Preis

Dennoch wurde das Mahnmal am 1. September 2003 eingeweiht. Die neun Jugendlichen wurden für ihr Engagement mit dem Bertini-Preis 2003 ausgezeichnet

Gedenkfeier

Das Stadtteilprojekt Sonnenland und die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten (VVN-BdA) Hamburg Mitte luden am 26. Mai 2011 zu einer Gedenkfeier zur Erinnerung an die Zwangsarbeiter und zur Würdigung des Mahnmals ein.