Alter jüdischer Friedhof Wandsbek und Gedenkstein für Rabbiner Simon Bamberger

Königsreihe/Kattunbleiche (Wandsbek)

  • Hinweisschild, 2012
  • Gedenkstein, 2012

Der Jüdische Friedhof an der Königsreihe bestand von 1637 bis 1884 und zählte zu den kleinsten jüdischen Friedhöfen im Hamburger Raum. Aufgrund voller Belegung wurde er von der schleswig-holsteinischen Regierung 1884 geschlossen, bis dahin hatten circa 1.200 Beerdigungen dort stattgefunden.

Während des NS-Regimes wurde der Friedhof mehrfach geschändet und musste 1942 zwangsverkauft werden. Durch Bombenschäden und Diebstähle von Heiz- und Baumaterialien wurde der Friedhof immer weiter zerstört. 1960 wurde er schließlich unter Denkmalschutz gestellt. Etwa 850 Grabsteine sind heute noch erhalten.

Ein Gedenkstein erinnert an den letzten Rabbiner Wandsbeks, Doktor Simon Bamberger (1872-1961), der 1902 das Amt in Wandsbek übernahm. Obwohl Bamberger bei den Vertretern der christlichen Religionen, den Honoratioren sowie den Bürgerinnen und Bürgern Wandsbeks angesehen war, hatte er bereits ab 1930 unter antisemitischen Parolen und Restriktionen zu leiden. Am 10. Oktober 1938 führte er den letzten Gottesdienst in der Wandsbeker Synagoge durch. Anfang 1939 gelang ihm und seiner Frau die Flucht nach Palästina. Am Dotzauer Weg erinnert ein Gedenkstein an die ehemalige Wandsbeker Synagoge.